Der ERAT Energiesteckbrief – Energiebilanz auf einen Blick

Der Gebäudeenergieausweis ist heute den meisten Mietern und Eigentümern von Immobilien ein Begriff. Wer ein Haus kauft oder eine Wohnung mietet, kann sich vom Vermieter oder Verkäufer einen solchen Ausweis vorlegen lassen. Er zeigt auf einen Blick, wie viel Heizenergie die Immobilie benötigt und, ob dies für ein Gebäude dieser Art ein eher hoher oder niedriger Wert ist.

Der ERAT Energiesteckbrief greift diese Idee für die Analyse der Energiebilanzen von Kommunen auf. Der Steckbrief zeigt auf einen Blick das Verhältnis von Verbrauch und erneuerbarer Energiegewinnung in einer (Verbands-)Gemeinde. Anschauliche Grafiken und Tabellen bilden den Verbrauch innerhalb einer Kommune nach einzelnen Sektoren ab und zeigen, wie viel Energie andererseits aus regenerativen Energien gewonnen wird. Eine CO2-Bilanz verdeutlicht schließlich, welcher jährliche CO2-Ausstoß sich daraus ergibt. Außerdem zeigt der Steckbrief, wo die Gemeinde im Vergleich zu anderen steht, und wie sie sich in Sachen Energieeffizienz in den letzten Jahren entwickelt hat. Detailtabellen geben außerden die Einzelverbräuche nach Nutzergruppen an.

Darüber hinaus beschränkt sich der ERAT Energiesteckbrief nicht nur auf rein quantitative Daten, sondern bildet auch so genannte "weiche" Indikatoren ab. So wird zum Beispiel berücksichtigt, ob die Verwaltung über energietechnische Leitlinien und ein regelmäßiges Energiecontrolling verfügt oder ob kostenlose Energieerstberatung angeboten wird. Auch die Beteiligung der Unternehmen in der Region an Energieberatungsprogrammen und das Engagement der Bürgerschaft in Lokalen Agenda Gruppen wird im qualitativen Teil der Energiesteckbriefe aufgegriffen. Dadurch wird es möglich, auch die Bemühungen jener Gemeinden abzubilden, die keine günstigen naturräumlichen Voraussetzungen für die Nutzung erneuerbarer Energien haben. Die Höhe der erzeugten kWh aus regenerativen Energien allein kann keinen Aufschluss über die Klimafreundlichkeit der Gemeinden geben. Vielmehr sind auch die Bemühungen von Verwaltungen und Unternehmen, das vorhandene Informationsangebot und die Einstellung der Menschen zu beachten.

Die Energiesteckbriefe erfüllen somit zwei Funktionen: erstens informieren sie alle Interessierten über den aktuellen Stand, über die Entwicklung der letzten Jahre und über die Unterschiede zu Nachbargemeinden. Zweitens bieten Sie für Kommunalverwaltungen eine solide Informationsbasis bei Entscheidungen im Energiebereich. Darüber hinaus sind Sie für die Gemeinde auch ein Kommunikationsmittel. Ein "guter" Energiesteckbrief im Rathaus erregt Aufmerksamkeit und sensibilisiert gleichzeitig die Bevölkerung zum Thema Energieeffizienz.